Stellungnahme des Bauernobmanns Gerhard Langreiter zum Aufruf zur Teilnahme am Volksbegehren "Rettet die Bienen"

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4. Januar 2019 - 6:45

Ich als Bauernobmann bin klar gegen dieses Volksbegehren, weil dies, anders als behauptet, klar gegen uns gerichtet ist. Es steht ja nirgends genau, wie die konkrete Umsetzung dieses Volksbegehrens aussehen soll, auch nicht hier: https://volksbegehren-artenvielfalt.de/

 

Zwei, drei Dinge nur herausgegriffen und auf die Oberneukirchner Bauern heruntergebrochen:

  • 10 % unserer Flächen aus der Erzeugung zu nehmen und da Blühflächen darauf wachsen zu machen, ist ziemlicher Schmarrn und würde vor allem die kleinen Bauern die nötige Futterfläche wegnehmen. Wir haben bessere Ideen wie die Silphie, Blühstreifen beim Mais, Raps, Zwischenfrüchte nach Getreide usw.
  • Wir spritzen Pflanzenschutzmittel nicht zwecks der Gaudi auf unsere Flächen, sondern weil es nötig ist. Wenn ein Mensch krank ist, und man ihm zum Beispiel kein Antibiotika gibt, ist das auch nicht sinnvoll. Darum muss man auch kranke Pflanzen durch Fungizide helfen. Es ist auch nicht so, dass wir unsere Erzeugnisse in alle Welt exportieren. Deutschland ist ein Importland von Nahrungsmittel, und da wir jeden Tag allein in Bayern 15 ha zubetonieren, und die gleiche Fläche aufgrund von Ausgleich aus der landwirtschaftlichen Erzeugung nehmen, wird das auch nicht besser werden.
  • Dieses Volksbegehren ist allein für Bayern. Die Punkte, die dort umgesetzt werden sollen, werden aber größtenteils auf EU-Ebene geregelt. Bayern hat hier überhaupt keinen Einfluss. Wenn Bayern aber durch dieses Volksbegehren Regelungen trifft, dann sind wir bayerischen Bauern gegenüber unseren Nachbarn in Österreich oder auch im Rest Deutschlands benachteiligt, was sicher auch keinen Sinn macht. In Bayern sind mehr als ein Drittel aller deutschen Landwirte beheimatet. Warum wohl? Weil wir in Bayern seit Jahrzehnten eine nachhaltige, auch für kleinere Bauern vorteilhafte Agrarpolitik haben. Weil durch freiwillige Maßnahmen wie das Bayerische Kulturlandschaftsprogramm beides erreicht wird: Natur- und Umweltschutz und die Unterstützung der bäuerlichen Landwirtschaft. Eine Verbotspolitik, wie es dieses Volksbegehren fordert, brauchen wir Bauern sicher nicht!

 

Viele Grüße,

 

 

Gerhard Langreiter

Vorner 67

84565 Oberneukirchen

Tel.: 08630/237

Fax: 08630/9869918

Mobil: 0177/4050471

 

Stellv. Kreisobmann Lkr. Mühldorf